In Allgemein

Vorwort:

 

Tennisspieler verlieren jede Woche. Bei durchschnittlich 30 Turnieren jährlich sind das rund 30 Matches. Wenn wir die Doppelkonkurrenz mitrechnen, verbuchen sie sogar 60 Niederlagen im Jahr. So sieht die nackte Realität von Tennisspielern aus. Nur ganz wenige Spieler verzeichnen weniger Niederlagen – und zwar die Turniersieger. Wenn du also darüber nachdenkst, bei K.O.-Turnieren mitzuspielen, wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe der Turnierwoche eine Niederlage kassieren. Je größer das Turnierfeld, desto kleiner ist dabei deine Chance auf einen Sieg. Es ist deshalb umso wichtiger, dass du vom ersten Match an fokussiert, selbstbewusst, skrupellos, clever und motiviert bist. Dann kannst du vielleicht siegen. Aber auch nur vielleicht …

Die Entscheidungen, die du in der Vorbereitungsphase und während des Turniers triffst, bestimmen deinen späteren Platz in der Rangliste. Es sind deshalb die wichtigsten Entscheidungen, die du in deiner jungen Turnierkarriere fällen wirst. Du musst dir deinen Platz verdienen und lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Ausschlaggebend ist dabei, in welcher Runde du verlierst und wie deine Einstellung dazu ist. Gerade in der Anfangsphase musst du lernen, die krassesten Niederlagen zu lieben und auch in den ausweglosesten Situationen noch Chancen zu erkennen. In dieser Phase legst du den Grundstein für deine Turnierkarriere, du bastelst an deiner Widerstandsfähigkeit und sammelst Erfahrung, die es dir ermöglichen, als Spieler zu wachsen. Also schnall dich an, gib Gas und zeig, was in dir steckt!

Ich bin Mitko und als Tennisspieler und Coach in Florida, Zürich, München und Stuttgart im Einsatz. Ich wurde in Sofia, Bulgarien mit dem Tennisschläger in der Hand geboren und wuchs gewissermaßen auf dem Tennisplatz auf. Grund dafür war mein Vater Edmond, der mehrmaliger bulgarischer Meister in verschiedenen Disziplinen war, unter anderem im Mixed-Doppel mit Manuela Maleeva. Außerdem arbeitete er als Fed-Cup-Coach und trainierte bzw. begleitete jahrelang das erfolgreiche Schwestern-Trio Maleeva auf der WTA Tour.

Bei meiner Geburt erlitt ich einen Schlüsselbeinbruch auf der rechten Seite, das kommt bei Neugeborenen häufiger vor, hat aber in der Regel keine Folgen. Als mein Vater davon erfuhr, reagierte er prompt:

 

Macht nichts, dann spielt er eben mit links!

 

Tennis hat von diesem Moment an mein Leben bestimmt: Ich trainierte täglich und spielte bei weit über 200 nationalen und internationalen Turnieren. Als ich älter wurde und begann, selbst als Coach zu arbeiten und ich mich mit anderen internationalen Proficoaches auszutauschen, reifte ich auch als Spieler nach über 3.000 gespielten Matches. Ich bin durch die harte Schule der vielen Niederlagen gegangen und habe gelernt, die richtigen Schlüsse aus diesen zu ziehen. Mein Vater stand mir dabei als erfahrener WTA Coach stets zur Seite. Nun gelang es mir, meine Einstellung, Taktik und Technik in Einklang zu bringen. Ganz nebenbei spielte ich mich in die Top 250 der aktiven Rangliste in der Schweiz und schaffte schließlich sogar den Sprung in die 1. Tennis-Bundesliga (Herren 30) in Deutschland.

Der Weg dahin war allerdings hart und emotional. Diese Kapitel sind die Essenz der wilden Achterbahnfahrt, die mich als Spieler und Coach geprägt hat.

 

Einleitung:

 

Bevor wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen, müssen wir zunächst kurz einen Blick auf die Theorie des Proaktiven Handelns werfen.

Als Tennisspieler ist die Liste der Dinge, die wir beeinflussen können, kurz und beinhaltet u. a. Training, soziales Umfeld und unsere Einstellung. Alles andere liegt außerhalb unserer Kontrolle.

Die Kunst sich proaktiv auf das zu fokussieren, was wir auch tatsächlich beeinflussen können, ist entscheidend für einen selbstbewussten und erfolgreichen Tennisspieler. In der Praxis sieht es allerdings häufig anders aus: Die meisten von uns verschwenden sowohl Energie als auch Ressourcen mit Sorgen über Dinge, die wir nicht kontrollieren können.

In den folgenden Kapiteln soll es darum gehen, proaktiv an den Dingen zu arbeiten, die innerhalb des eigenen Kontrollkreises (Englisch: „Circle of Control“) liegen.

Konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst und lasse die tausend anderen Dinge einfach los!

 

 

 

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