In Allgemein

Als Flow wird in der Psychologie ein Zustand beschrieben, bei dem wir uns “optimal beansprucht” fühlen – ein ruhiges Handeln während dessen wir Zeit und uns selbst vergessen. Man muss dabei keine Willenskraft aufwenden, um sich zu konzentrieren, vielmehr kommt die Konzentration wie von selbst. Im Flow bekommen wir einen “Tunnelblick”, registrieren Details, die uns sonst nicht auffallen würden und blenden andere dinge wie körperlicher Zustand und Sorgen aus.

Diesen Flow-Zustand empfinden die meisten von uns als sehr angenehm – folglich suchen wir nach Gelegenheiten ihn zu erreichen.

Zahlreiche Studien belegen, dass Flow-Erlebnisse beim Sport besonders oft vorkommen. Die Tennisprofis nutzen den Effekt, vertiefen sich in ihr eigenes Spiel und bekommen einen “Tunnelblick” auf den Ball. Sie blenden dabei alle Störfaktoren aus: tausende Zuschauer, zahlreicher Fernsehkameras, Schiedsrichter, Gegner etc.

Nicht nur Tennisspieler profitieren vom Flow-Effekt, Profis aus alle Bereichen haben inzwischen gelernt sich einen Zustand völliger Konzentration zu versetzen. Sportexperten nennen es auch “to be in the Zone”, also sich in der Zone zu befinden. Im schmalen Bereich zwischen Unterforderung (Langeweile) und Überforderung (Stress) passiert die Magie.

In dem Moment, während der Ball auf uns zufliegt, an dem wir nicht mehr an die Dinge denken, die wir machen müssen, genau ab diesem Moment befinden wir uns im Flow. Wir denken nicht mehr daran, rechtzeitig auszuholen oder den Ball vor dem Körper zu treffen – wir machen es einfach.

Willkommen im Flow.

Mihaly Csikszentmihalyi, Professor der Psychologie, gilt als Entdecker des Flow-Konzepts und gibt folgenden Tipp, um sich schnell in den Zustanden versetzen zu können:

Statt sich auf das langfristige, übergeordnete Ziel zu fokussieren, sollten wir uns viele kleinere Etappenziele setzten. Auf das Tennismatch übersetzt, bedeutet das: Statt sich auf das Gewinnen des Matches zu fokussieren, sollten wir uns auf einen sauberen Schlag konzentrieren. Darauf folgt der nächste Schlag und so weiter. Im Idealfall sind wir so auf unsere guten Schläge konzentriert, dass wir gar nicht mitbekommen, dass das Match schon zu Ende ist und der Gegner zum Handshake am Netz auf uns warten. Das ist übrigens Roger Federer schon passiert, und das obwohl Schiedsrichter und elektronische Tafel den Spielstand deutlich anzeigen.

 

Photo by Ben Hershey on Unsplash

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